Bildung

Harm Rykena zu den neuen Grundsatzerlassen für Haupt-, Real- und Oberschulen: „Die Reform der Ministerin schleift das Leistungsprinzip weiter ab“

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Kultusministerin Julia Willie Hamburg will mit neuen Erlassen die Basiskompetenzen der Schüler stärken und den Schulen mehr Freiraum geben. Sie versucht, die Folgen einer verfehlten Bildungspolitik zu korrigieren, die sich inzwischen deutlich im immer weiter sinkenden Leistungsniveau zeigt. An die eigentlichen Ursachen dieser Entwicklung wagt sich die Reform jedoch nicht heran.

Dazu Harm Rykena, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:

„Basiskompetenzen zu stärken, ist angesichts sinkender Schülerleistungen zwar überfällig – zugleich aber ein Eingeständnis des eigenen politischen Scheiterns. Wer feststellen muss, dass viele Jugendliche ohne ausreichende Grundlagen in Gymnasien, Realschulen und Oberschulen kommen, zeigt damit vor allem eines: Das Fundament wurde zuvor nicht gelegt. So werden die weiterführenden Schulen immer stärker zu Reparaturbetrieben für Versäumnisse aus der Grundschule umgebaut. Das eigentliche Profil der Schulformen geht dabei verloren. Die Ausweitung der Förderpläne auf die weiterführenden Schulen für dortige Schüler mit Förderbedarf führt vor allem zu zusätzlicher Bürokratie und weiterer Belastung der Lehrkräfte. Zudem sind sie bereits in der Grundschule wenig wirksam.

Wenn von mehr Freiräumen gesprochen wird, klingt das zunächst positiv. Tatsächlich bedeutet es aber in der Praxis häufig mehr Beliebigkeit bei Zielen und Umsetzung – und damit eine schleichende Absenkung von Leistungsanforderungen. Besonders kritisch ist die sogenannte ‚Modernisierung der Leistungsbewertung‘ zu bewerten. Wenn weniger verbindliche Leistungskontrollen stattfinden und diese durch Projektarbeiten und Präsentationen ersetzt werden, geht Vergleichbarkeit verloren. Ohne klare Maßstäbe ist eine verlässliche Bewertung von Leistung jedoch kaum noch möglich. Die Grundsatzerlasse gehen nun in dieVerbandsanhörung. Entscheidend wird sein, was davon am Ende tatsächlich übrigbleibt. Wir werden genau hinschauen.“

Harm Rykena